Corona: hoffentlich haben die Verschwörungstheoretiker recht

Corona: hoffentlich haben die Verschwörungstheoretiker recht

Die aktuelle Lage in Zeiten Coronavirus in Deutschland, vom Rest der Welt erst gar nicht zu sprechen, lässt die Hoffnung aufkeimen, dass die Verschwörungstheoretiker recht behalten. Nehme ich als Beispiel nur den Stichtag 20. April 2020, der im Netz überall kursiert. Bis dahin will die Bundesregierung über die nächsten Schritte in Sachen Corona und Shutdown in Deutschland entscheiden und mitteilen, wie es weitergeht. Für die genannten Theoretiker, die sich ihr Weltbild aus einer Vielzahl von Informationen auf der Welt zusammensuchen, wäre das einer der Tage, an dem entweder das Gute oder das Böse die Macht übernimmt. Für erstere wäre ich ja offen, vor letztere könnte ich mich schon fürchten.

Aber auch der Mittelweg, die aktuelle Krisenbewältigung der Bundesregierung, zählt schon irgendwie zu den Bösen. Die Krisenpolitik bzw. die Maßnahmen daraus, sind schon schrecklich genug und werden eher im Bösen als im Guten für die Freiheit und das Wohlergehen der Menschen in unserem Land enden. Es erscheint mir wie ein schlecht vorbereitetes Schauspiel, mal eben abends bei ein paar Pils und Korn auf einem Bierdeckel zusammengestellt. Der Zusammenhang zwischen dem bisher Gelaufenen und den nächsten Schritten passt nie zusammen, die Schlussfolgerungen und Handlungen sind unlogisch bis absurd. Im Suff kann man das sicherlich gut ertragen, als nüchterner, analytischer und sicherlich auch logischer Mensch kaum.

Wenigsten vier Wochen, bevor der Bundesgesundheitsminister erstmals (26. Februar) von einer schweren Krise gesprochen hat, war in Asien und Teilen Europas bereits klar, dass dort etwas ganz Großes läuft. Wenn es eben keine Verschwörungstheorie ist, dann ist das Virus echt und es tötet in kurzer Zeit viele Menschen. Bereits Anfang bis Mitte Januar berichten chinesische Medien, zu denen ich hier auch die sehr objektiven aus Hongkong und Taiwan rechne, dass es vor allem ältere und kranke Menschen trifft. Die Bevölkerungsstruktur in China ist überall recherchierbar. Der Gesundheitszustand der Chinesen, der im mittleren Lebensalter noch wenig von Fastfood und Pharmazie beeinflusst ist, ist trotz extremer hoher Luftverschmutzung recht gut.

Die Bundesregierung hatte also (hoffentlich) schon Mitte Januar 2020 auf dem Schirm, dass die diesjährige Viruswelle aus Fernost anders ist als in den Vorjahren. Gehen wir davon aus, dass die deutschen Geheimdienste, die Konsulate und die Botschaften in China halbwegs die Augen aufhatten und auch nicht am Schreiben gehindert wurden, dass dann warnende Botschaften in Berlin angekommen sein müssen. Und diese Botschaften sind sehr wahrscheinlich hochdramatisch gewesen ob der Lage in China. Sie wiesen sicherlich darauf hin, dass China ein sehr gut funktionierendes Krisenmanagement hat, dass sehr schnell und sehr rigide Maßnahmen ergreift, selbst wenn sie die Tragweite der Gefahr noch nicht richtig einschätzen können, da zu dem Zeitpunkt einfach die Informationen fehlen. Und dass das Krisenmanagement sich zuerst auf die Kernprobleme konzentriert, dann nach und nach mit angemessenen Maßnahmen weiterverfährt, die dann auf besserer Informationslage stehen.

Heute, am 05.04.2020 werden wir in Deutschland die 100.000er Marke knacken. Vor vier Wochen, am 08.03.2020 hatten wir die 1.000er Marke geknackt. Wieviel Personal und Aufwand würde es benötigen, die Direktkontakte von 1.000 Menschen zu identifizieren, um sie vorsorglich unter Quarantäne zu stellen? Wenn jeder von denen im Verlauf der letzten Woche mit vielleicht 100 Menschen in Kontakt war, auf der Arbeit, beim Einkaufen, beim Sport oder im Verein, dann ist das jede Menge Arbeit. Aber es wäre sicherlich sinnvoller, als eine komplette Volkswirtschaft herunterzufahren. Und nun stelle man sich vor, die Kontakte von 100.000 Menschen innerhalb der letzten Woche zu verfolgen. Geht nicht mehr, vollkommen aussichtslos.

Also hätte ein vorausdenkender Mensch möglichst früh Szenarien entwickelt, wie ein vielleicht aufkommendes Problem mit möglichst geringen Aufwand zu eliminieren ist. In Demokratien sollten das auf staatlicher Ebene die gewählten Volksvertreter sein bzw. die von ihnen gewählte Regierung. Sie hätten demnach spätestens Ende Januar umfangreiche Maßnahmen erarbeitet haben müssen! Für den Fall, dass das Virus ihr Hoheitsgebiet erreicht, hätte die notwendige Vorsorge getroffen sein müssen, so dass es dann schnell erkannt und eliminiert wird. Wenn es sich trotzdem unerkannt eingeschlichen hat, sollte es nur sehr begrenzt Schaden anrichten können. Das ist die Aufgabe der Regierung, wie schon der Amtseid im Wortlaut aussagt.

Es ist geradezu erschütternd, dass von der Regierung und ihren nachgeschalteten Behörden so viel Schwachsinn in die Welt gesetzt wird. Das Robert-Koch-Institut (RKI) glänzt eher mit Halbwissen bzw. Nichtwissen und vollkommen unprofessionellen Vorgehen. Das Wort Analyse hat wohl niemand von denen verstanden. Ist es nicht normal, dass man ein Maximum an Information und Wissen aufbauen muss, um daraus den nächsten und vielleicht übernächsten Schritt zu gehen? Sollte jeder Schulabsolvent kennen, nicht jedoch beim RKI. Das größte Corona-Testfeld Deutschlands (Heinsberg) wurde nur sehr oberflächlich benutzt, um neue Daten und Erkenntnisse zu gewinnen. Erst letzte Woche bemängelte ein Professor, der mit 40 seiner Studenten dort Studien durchgeführt hat, dass nichts dergleichen vom RKI passiert ist. Würde die Kriminalpolizei bei einem Mord so vorgehen, dann würde sich ihre Arbeit darauf begrenzen zu schauen, ob das Mordopfer wirklich tot ist und es anschließend in die Statistik einordnen.

All die promovierten Politiker unserer Regierung können nun ihren Doktorgrad gleich wieder abgeben. Selbst in fachfremden Bereichen sollte ein Promovierter ein wissenschaftliches Vorgehen aufzeigen. Stattdessen eher Revolverheldmanier, mal eben ins Blaue losschießen, vielleicht klappt es ja. Aktionen sind, wie fast üblich bei uns, immer „alternativlos“. Alternativlos heißt hier übersetzt nichts Anderes als hirnlos, zeigt es doch den Zustand des Aussprechenden an. Es gibt fast immer Alternativen, aber dazu muss man sich Mühe geben und Fantasie haben. Neben einem fast kompletten Shutdown hätte es viele weitere Möglichkeiten gegeben, z.B. nur gefährdete Personen zu quarantänisieren oder eben frühzeitig auf lokaler Ebene vorgehen. All diese Vorgehensweisen wären nach Abwägung aller Vor- und Nachteile für die Gesellschaft sicherlich verhältnismäßiger, um die Gefährdung für bestimmte Bevölkerungsgruppen zu reduzieren. Und genau solch eine Abschätzung ist notwendig, wenn sie dem Grundgesetz entsprechen soll. Hier weit gefehlt, die jetzigen Maßnahmen verstoßen laut Experten gegen das Grundgesetz. Sowie bereits 2015 verletzte unsere Bundeskanzlerin wieder in eklatanter Weise unser Grundgesetz.

Hier ein einfaches Beispiel, das wohl jedes Kind lösen kann. Stelle dir einen großen Bauernhof vor, mit einer großen Wiese, auf der all die Tiere friedlich nebeneinander leben können. Es gibt 5 Rinder, 15 Schweine, 20 Schafe, 5 Ziegen, 15 Gänse, 20 Enten und 20 Hühner. Sie verbringen dort das ganze Jahr über und alles reicht aus, damit sie gut leben können. Nun hört der Bauer aus der Nachbarschaft, dass seit vier Wochen nachts ein Fuchs unterwegs ist und dort sämtliche Hühner tötet. Und zweimal wurden eine Ente und eine Ganz getötet, ein Schaf und eine Ziege wurden leicht verletzt. Was soll der Bauer nun tun? Soll er nachts jetzt alle Tiere im Stall einschließen? Auch die Rinder und Schwein? Und die Schafe und Ziegen? Was ist mit den Gänsen und Enten?

Es ist mit den Grundrechenarten, dem Dreisatz und von mir aus mit einem Taschenrechner sehr gut möglich zu berechnen, wie lange es dauern würde, dass 2/3 der deutschen Bevölkerung auf natürliche Weise immunisiert sind. Wenn 2/3 der Bevölkerung immunisiert sind, dann kann sich das Virus nur noch sehr begrenzt ausbreiten. Man könnte, vor allem bei besserer Datenlage, sehr gut vorhersagen, wieviel Kapazität der Intensivstationsplätze diese Bevölkerung belegen würde und auch wann. Hätte das RKI bzw. die vorgeschaltete Regierung frühzeitig festgelegt, dass ähnlich wie bei der Wahlprognose eben die Coronaprognose durchgeführt wird, rein statistisch, wäre die Datenlage um Lichtjahre voraus. Nichts dergleichen, absolute Ahnungslosigkeit in der kompletten Staatsführung. Fast gewinnt man den Eindruck, dass dieses Virus nur mit einer nicht vor 2021 entwickelten Impfung zu bekämpfen ist. Das hegt den dringenden Verdacht, dass bestimmte Interessensgruppen der Regierung näher sind als Krisenmanager. Denn letztere gibt es offensichtlich keinen einzigen im Staatsapparat.

Wie lange möchte die Regierung denn auf die Immunisierung der Bevölkerung warten? Sie läuft ja schon auf ganz natürliche Weise ab. Wo ist die Statistik, die die Zahl der bereits leicht bis mittelschwer erkrankter Personen auflistet, die immunisiert sind und zum Teil nichts davon wissen. Das ist doch ein sehr wichtiger Baustein in einer komplexen Krise, oder? Selbst solch einfache Sachverhalte sind vollkommen unbekannt. Klar, dass dann ein kompletter Shutdown kommen musste, wenn man keine Ahnung hat.

Leider ist die deutsche Realität weit weg von effektivem Krisenmanagement. Ein paar gefühlskalte Reden sind in einem Krieg gegen das Coronavirus nur für wenige in unserer Gesellschaft hilfreich. Viele nachdenklichere Menschen erwarten jetzt Transparenz mit Fakten und eine offene Diskussion. Leider erlebt man stattdessen immer wieder, wie ausgewiesene Fachleute und Professoren als Verschwörungstheoretiker an den rechten Rand gedrückt werden, ob ihrer anderweitigen Meinung. Ein offener Diskurs ist offenbar nicht erwünscht, da er womöglich ein etabliertes Machtgefüge ins Wanken bringen würde. Das RKI, der Bundesgesundheitsminister und auch die Kanzlerin würden dabei ziemlich schlecht abschneiden.

Und so bleibt nur noch die Hoffnung, dass die Verschwörungstheoretiker recht behalten. Ansonsten wacht das Volk erst dann auf, wenn Essen, Internet und Strom plötzlich weg sind. Wohl erst dann werden sich urplötzlich Menschenmassen erheben und nach Berlin marschieren. Sind das dann die Guten oder die Bösen?


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