Erschreckend: So sinnvoll sind die Corona-Pandemie-Verbote in Deutschland

Erschreckend: So sinnvoll sind die Corona-Pandemie-Verbote in Deutschland

Die Verfügungen der deutschen Bundesländer betreffen sämtliche Veranstaltungen oder Versammlungen inkl. der von Bildungseinrichtungen, der Betrieb von Freizeitstätten sämtlicher Art, starke Einschränkungen im Behördenwesen und in der Gastronomie, aber auch eingeschränkte Einkaufsmöglichkeiten. Die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Gütern ist gewährleistet, teilweise sogar mit verlängerten Ladenöffnungszeiten. Es gibt bis dato keine Ausgangssperren, so wie das in anderen Ländern (Italien, Frankreich) der Fall ist. Ebenso gibt es bisher keine Einschränkungen für die Arbeitszeiten der Betriebe außerhalb der aufgezeigten Bereiche.

Was ist eigentlich das Ziel der Maßnahmen? Das ausdrückliche Ziel der Maßnahmen ist es laut Bundeskanzlerin Dr. Merkel die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus zu verlangsamen. Sie spricht nicht vom Stoppen, nur vom Verlangsamen, um das tägliche Leben nicht zu sehr einzuschränken. Dadurch soll gewährleistet werden, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Da etwa 20% der Infizierten einen schwierigen Krankheitsverlauf haben, wird für sie ein Klinikaufenthalt obligatorisch, da häufig fremdbeatmet werden muss. In Deutschland gibt es rund 28.000 Beatmungsgeräte, die zu 80% von „normalen“ Erkrankten belegt sind. Die verbleibenden 5.600 freien Geräte stehen demnach Corona-Infizierten zur Verfügung. Steigt die Zahl der behandlungsbedürftigen Corona-Infizierten über diese Zahl, muss unter Katastrophengesichtspunkten entschieden werden, wer bessere Überlebenschancen hat und es wird diesem Patienten der Platz zugewiesen. Für den anderen Patienten bedeutet das in der Regel das Ableben.

Erfahrungen aus vielen Ländern zeigen, dass ein Aufenthalt auf der Intensivstation für 30% der Patienten mit dem Ableben endet. Diejenigen 30% der Patienten, die nicht überleben, benötigen zu 100% eine Fremdbeatmung über ca. 5 Tage hinweg. Zum Tod führt dabei häufig das Versagen der Atmungsorgane, Herzversagen und eine schwere Form der Blutvergiftung. Diese Patienten müssen sehr aufwendig betreut werden.

Die Kapazitätsgrenze der Kliniken und Krankenhäuser sind also genannte 5.600 Beatmungsgeräte. Bei 100.000 gleichzeitig infizierter Personen würden also 20% entsprechend 20.000 Personen in ein Krankenhaus müssen, davon 30%, also 6.000 Patienten müssten mindestens künstlich beatmet werden. Wir sehen also, dass in Deutschland das aktuelle Limit an Erkrankungen deutlich weniger als 100.000 Personen sein darf!

Mit Wirkung vom 16.3.2020 wurden somit umfangreiche Maßnahmen seitens der Regierung bzw. der Landesregierungen festgelegt, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus abzubremsen. Die Inkubationszeit des Virus bis zum Auftreten erster Symptome beträgt mindestens 4 Tage, es sind aber auch 27 Tage dokumentiert. Gemeinhin wird mit 14 Tagen gerechnet, was auch der in Europa und anderswo üblichen Quarantänezeit entspricht. Wer sich folglich am 16.3.2020 infiziert hat, kann mit ersten ernsthaften Symptomen am 30.3.2020 rechnen. Erst zu diesem Zeitpunkt ist er sicher als Infizierter erfasst. Die aktuelle Verbreitungsgeschwindigkeit des Virus entspricht der Verdoppelung der Infizierten in etwa alle 3 Tage. Bis zum 30.3.2020 wird sich folgerichtig jegliche jetzt getroffene Maßnahme nicht in Zahlen niederschlagen, da die Personen bereits infiziert, aber nicht identifiziert sind.

Bei ca. 7.250 Infizierten am 16.3. kann mit 14.500 Infizierten am 19.3. gerechnet werden, mit 29.000 Infizierten am 22.3., mit 58.000 Infizierten am 25.3., mit 116.000 Infizierten am 28.3. und mit 232.000 Infizierten am 31.3.2020.

Wir sehen also, dass die Maßnahmen der deutschen Regierung viel zu spät kommen, obwohl alle Zahlen hinsichtlich Ausbreitung und Wirkung des Virus spätestens seit Ende Januar bekannt sind. Die Maßnahmen hätten spätestens Anfang März in Kraft gesetzt werden müssen, um zu wirken. Zudem sind die getroffenen Maßnahmen vollkommen unzureichend. Sie führen lediglich zu einer Verlangsamung der Ausbreitung, nicht der Stoppung des Virus, weil von der Politik nicht gewollt. Um dies zu erreichen, müssten die Maßnahmen viel tiefgreifender sein. Die tägliche Steigerungsrate an Infizierten beträgt aktuell ca. 26%. Senken wir sie ab 17.3. schlagartig auf nur noch 10% herunter, so findet trotzdem kein Abflachen der Steigerung statt, lediglich ein weniger gravierender Verlauf.

Wir würden die Maßnahmen, wie bereits gesagt, erst ab Anfang April merken, mit 14 Tagen Verspätung. Dann getroffene richtig harte Maßnahmen mit vielleicht auf 1% gesenkte Infektionsrate würden wir wiederum Ende April sehen, wo dann bereits der 1 Millionste Infizierte in die Statistik eingeht. Davon versterben mindestens 6%, also rund 60.000 Mitbürger, da das Gesundheitssystem nur noch bedingt funktioniert.

Leider sehe ich bei der Regierung nicht die Fantasie, die Corona-Krise effektiv bekämpfen zu können. Es wird herumgedoktert, aber nichts wirklich Effektives getan. Es gibt viele Möglichkeiten der Situation Herr zu werden, die stehen aber in keinem Lehrbuch. Katastrophen wurden nie erfolgreich mit biederen Mitteln bekämpft, sondern sehr schnell mit außergewöhnlichen Ideen abseits der Norm.

Quelle mit interessanten Daten zum Krankheitsverlauf: Fei Zhou et al.; Clinical course and risk factors for mortality of adult inpatients with COVID-19 in Wuhan, China: a retrospective cohort study; 09.03.2020


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