Augen zu und durch

Augen zu und durch

Fern am Horizont braut sich ein gewaltiges Unwetter zusammen. Aber der Kapitän und die ersten Offiziere langweilen sich mit Banalitäten. Sie streiten sich, wer zuerst ans Buffet darf und wie die weitere Reihenfolge ist. Die Mannschaft hat sich daran gewöhnt und schaut sich gelangweilt das Spektakel an. Wenn von außen der Steuermann oder der Ausguck auf die prekäre Wetterlage hinweisen, werden sie nur verstört belächelt.

So ähnlich das Empfinden seit nunmehr 6 Wochen über die Situation in China und speziell in Wuhan und die Reaktionen dazu in Deutschland und Europa. Wenn ich mich mal als Ausguck definieren würde, dann ist mir spätestens seit Mitte Januar klar, dass sich dort etwas Gewaltiges im fernen China zusammenbraut. Alle Anzeichen stehen auf Windstärke 12+ und weisen darauf hin, dass es etwas Vergleichbares in den letzten 100 Jahren nicht gegeben hat. Und das nur unter Bezugnahme auf die „seriösen“ Quellen der westlichen Welt. Nehme ich noch andere Quellen und unbestätigte Gerüchte hinzu, dann spitzt sich die Lage noch um ein paar Dimensionen mehr zu.

Dass Covid-19 Europa einfach auslässt, ist in einer Welt mit fast 8 Milliarden Menschen und einer immens hohen Reisetätigkeit praktisch unmöglich. Dass Covid-19 eine lange Inkubationszeit von mittlerweile wenigstens 24 Tagen hat, war Anfang Februar dem neugierigen Leser offenkundig. Die Verdoppelung der Infizierten war schnell mit 6,4 Tage definiert. Schon im Januar gab es erste Berichte, dass das neue Virus schon mutiert, bei einer infizierten Familie in China wurden zwei verschiedene Varianten festgestellt. Letzteres lässt den Schluss zu, dass weitere Mutationen offenbar leicht möglich sind, leichter als bei anderen Viren.

Jeder Mittelschüler sollte also in einer einfachen Tabelle in ein paar Minuten hochrechnen können, wie schnell sich das Virus ausbreiten kann. Anfangs lag die Zahl der Verstorbenen am neuen Virus auf ähnlicher Höhe wie die der Geheilten. Das Verhältnis hat sich dann langsam zugunsten der Überlebenden verbessert. Aber die Mortalität liegt immerhin bei 11% unter Berücksichtigung der als Geheilt geltenden. Da der Erreger etwa 10 bis 20-mal ansteckender als SARS ist, kann mit einer hohen Infektionsrate in der Bevölkerung gerechnet werden. Also durchaus möglich, dass sich 60-80% der Europäer innerhalb des nächsten Jahres anstecken könnten.

Die Nachrichten, dass chinesische oder amerikanische Forscher bereits nach ein paar Tagen oder Wochen einen Impfstoff entdeckt haben, kann man wohl gleich in der Tonne versenken. Wie bei anderen Viren auch, sind die Koppelungsprozesse zwischen Mensch und Virus hochkomplex. Corona-Viren sind wohl die komplexesten Viren überhaupt und an neue Bedingungen sehr anpassungsfähig. So hat man bei anderen Viren in Jahrzehnten keinen Impfstoff gefunden, maximal besondere Medikamente zum Überleben und Erleichtern der Folgen eines Viruseffektes. Am HIV versucht sich die Pharma schon seit über einem Vierteljahrhundert erfolglos, das SARS-Virus kann nach 16 Jahren immer noch nicht bekämpft werden. Das einzige was es gibt, sind teure und fast nutzlose Medikamente mit brutalen Nebenwirkungen in den Lagern der Bundesländer oder des Bundes.

Alleine unter den oben genannten Voraussetzungen würde ich als Kapitän das ganze Schiff auf den Kopf stellen und probieren den Orkan mit möglichst wenig Verlusten zu durchkämpfen. Alles andere ist grobe Fahrlässigkeit und würde vor jedem Seegericht hart sanktioniert werden.

#Corovid-19 #Krisenmanagment # Untätigkeit


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